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 zunehmende Impfmüdigkeit bei Hunden

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Cockermama
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BeitragThema: zunehmende Impfmüdigkeit bei Hunden   Mi 22 Apr 2009 - 14:27

Quellennachweis: aus Lebendige Tierwelt 2/03; Hrsg. Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V. Ohne Impfung besser dran? Hund und Katze werden seltener geimpft. Ein bedenklicher Trend. Weiter zunehmende Impfmüdigkeit erhöht das Seuchenrisiko. Vereinigtes Königreich im Winter 2000: Seit November breitet sich die Maul- und Klauenseuche rasend schnell in Englands ungeimpften Rinderbeständen aus. Bis zum Frühsommer des nächsten Jahres verenden viele Tausend Tiere oder werden getötet, um die Virusausbreitung unter Kontrolle zu bringen. Die deutsche Landwirtschaft hält den Atem an. Schwappt die Seuche nach Deutschland über? Die Schreckensbilder der lodernden Tierkadaverberge brennen sich tief ins Gedächtnis der Menschen ein. Die Frage, ob auch künftig aus wirtschaftlichen Gründen Nutztiere nicht geimpft werden dürfen, ist seitdem wieder Gegenstand politischer Diskussion. Finnland 1995: Mehr als 5000 Hunde fallen einem Staupeseuchenzug zum Opfer. Der Grund: Weniger als 50 Prozent der jungen Hunde wiesen einen Impfschutz auf. Durch mangelnde Impfdisziplin konnte sich das Staupevirus schnell und mit fatalen Folgen in der Hundepopulation verbreiten. Auffallende Impfmüdigkeit Wie sieht das in Deutschland aus? Haben wir zumindest bei Hund und Katze die bedrohlichsten Infektionskrankheiten nicht längst besiegt? Schließlich sind bei uns seit Jahren kaum Seuchenzüge unter diesen Tierarten bekannt. Gerade weil gefährliche Infektionen nicht mehr zur täglichen Erfahrung gehören, scheinen viele Tierhalter zu vergessen, bei ihren Hunden und Katzen regelmäßig für die notwendigen Schutzimpfungen zu sorgen. Oder sie lassen sich von radikalen Impfgegnern einreden, Schutzimpfungen seien eher schädlich, ihre Nebenwirkungen erheblich und Tierärzte würden vor allem deswegen impfen, weil sie gut daran verdienten. So ergab eine Befragung von Tierärzten aus dem Jahr 2000, dass Hunde und Katzen zwar häufiger in der Praxis vorgestellt wurden, aber Vorbeugemaßnahmen, und damit Impfungen, als Grund für den Besuch abgenommen haben. Ein bedenklicher Trend, denn nach wie vor treten tödlich verlaufende Infektionskrankheiten wie Staupe und Parvovirose beim Hund oder Leukose, FIP und Katzenseuche bei der Katze auf. Trotz durchgeführter Impfmaßnahmen sind diese Krankheiten nicht besiegt. Die Gefahr ist groß, dass eine weiter zunehmende Impfmüdigkeit zu seuchenartigen Ausbrüchen dieser Krankheiten führt. Dies gilt es zu verhindern. Der Tierhalter übernimmt hierbei die entscheidende Rolle, denn gesetzliche Vorgaben im Kleintierbereich existieren nur für die Tollwut. Somit liegt die Verantwortung, empfohlene Impfungen durchführen zu lassen, ausschließlich in seiner Hand. Die immer wieder aufflammende öffentliche Diskussion über die Notwendigkeit von Schutzimpfungen und Wiederholungsintervallen verunsichert Tierhalter, gibt ihnen jedoch nicht die notwendigen Informationen anhand, um richtig entscheiden zu können. Und die Tierärzte werden oftmals gar nicht erst befragt. Was der Tierhalter wissen sollte Das Thema Immunprophylaxe ist vielschichtig. Aus den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen lassen sich einheitliche Impfempfehlungen nur vorsichtig ableiten. So beantwortete der anerkannte Kleintiervirologe Prof. Dr. Marian Horzinek die Frage, ob es wichtige Gründe gibt, anders als bisher zu impfen, im Dezember letzten Jahres in einer Fachzeitschrift wie folgt: „Darauf kann man nicht mit einem simplen Nein oder Ja antworten. Impfen ist schließlich mehr als eine einfache Verrichtung. Man muss die Dinge wissenschaftlich betrachten bzw. hinterfragen.“ Zum besseren Verständnis der Impfproblematik sollte jeder verantwortungsvolle Tierhalter zunächst einmal wissen, dass grundsätzlich drei sehr verschiedene Ansprüche an die Immunprophylaxe von Tieren gestellt werden: § Im Vordergrund steht der Schutz des Menschen vor Zoonosen (vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheiten) wie Tollwut und Leptospirose. § Daneben ist es das Ziel des Tierarztes, eine Immunität bei möglichst allen Tieren einer Tierart (= Populationsimmunität) zu erzielen, die gewährleistet, dass ein Virus keine genügend große Zahl empfänglicher Tiere findet und die Krankheitsübertragung daher nach wenigen Tierpassagen beendet ist. § Das unmittelbare Ziel des Tierbesitzers aber ist, dass sein Tier, also ein Individuum der Population, mit hoher Sicherheit geschützt ist. (Copyright: Behr) Darüber hinaus muss der Tierarzt bei Impfempfehlungen berücksichtigen, dass die Qualität und Dauer einer Immunität für die einzelnen Erreger unterschiedlich ist. So erzeugen beispielsweise Impfungen gegen Herpesviren (beteiligt am Katzenschnupfen) oder bakterielle Erreger wie die Leptospiren nachweislich nur einen Impfschutz für ein Jahr. Bei solchen Impfstoffen sind somit grundsätzlich jährliche Wiederholungsimpfungen notwendig. Außerdem gibt es keinen hundertprozentigen Impferfolg, denn die Ausbildung einer Immunität hängt nicht nur von der Impfung selbst (z. B. Zeitpunkt) sowie dem Impfstoff ab, sondern auch vom Immunsystem des Impflings. Hier spielen individuelle Faktoren eine Rolle. In jeder Tierpopulation müssen 70 bis 80 Prozent geimpfter Individuen vorhanden sein, damit sich Infektionskrankheiten nicht zu einer Epidemie ausweiten können. Das heißt: Wird in zu großen Abständen oder gar nicht mehr geimpft, bricht der Impfschutz der gesamten Population zusammen und Seuchenzüge treten wieder auf. Wie gefährlich das Unterlaufen der Populationsimmunität sein kann, haben der Seuchenzug der Maul- und Klauenseuche in England und die Staupeepidemie in Finnland gezeigt. Hält sich der Tierhalter nicht an die Empfehlungen des Tierarztes bzw. Impfstoffherstellers, riskiert er also nicht nur eine mögliche Erkrankung seines Tieres, sondern gefährdet damit die Gesundheit aller Hunde oder Katzen. Die rechtzeitige und konsequente Schutzimpfung ist und bleibt die einzige Möglichkeit, den Organismus vor lebensbedrohenden Erregern zu schützen. Impfreaktionen und Nebenwirkungen sind bei den modernen Impfstoffen äußerst selten geworden und stehen in keinem nennenswerten Verhältnis zum Nutzen. Durch die häufig emotional geführte Impfdiskussion sollte sich niemand in Panik versetzen lassen. So manches dort angeführte Argument gegen das Impfen ist wissenschaftlich nicht haltbar oder längst überholt. Welche Impfungen für das einzelne Tier infrage kommen, kann am besten der behandelnde Tierarzt beurteilen. Er kennt die aktuelle Seuchenlage wie auch die Vorgaben der Impfstoffhersteller und kann den Tierbesitzer je nach den Lebensgewohnheiten des Tieres (z. B. Wohnungskatze oder Freiläufer) über die erforderlichen Impfungen informieren. Wer dennoch glaubt, der Hund oder die Katze würden zu häufig geimpft, kann in regelmäßigen Abständen den Immunstatus durch einen Bluttest bestimmen und bei seinem Tier dann nach Bedarf eine Wiederholungsimpfung durchführen lassen. Astrid Behr

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Dany

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